KW funk Weltweit

 

Nachdem die Satellitenfunkkontakte die herkömmlichen KW-Verbindungen abgelöst haben und die Küstenfunkstellen ihre Dienste auf GW und KW weltweit einstellen, bleibt für den Schiff zu Schiff-Kontakt kaum eine verlässliche Kontaktmöglichkeit. Man hat vergessen, für den Anruf Zeiten und Frequenzen auf GW und KW festzulegen.

Es bleiben also für die Seefunkstellen die Nutzung der DAAD-Zeiten, wo sich Deutsche und auch andere rufen können.

Die DAAD-Zeiten sind alle 4 Stunden um 00.00 UTC beginnend.

1. Anruf um +00 Frequenz: 4146 kHz 2. Anruf um +05 Frequenz: 6224 kHz
3. Anruf um +10 Frequenz: 8294 kHz 4. Anruf um +15 Frequenz: 12353 kHz
5. Anruf um +20 Frequenz: 16528 kHz 6. Anruf um +25 Frequenz: 22159 kHz


 

Nach der Kontaktaufnahme kann man auf den 2. oder 3. (usw.) Schiff-Schiff-Kanal ausweichen.

Da es nicht jedermanns Geschmack ist, täglich zweimal präsent zu sein, sollten die Stationen doch mindestens bemüht sein, am Mittwochmorgen und Sonntagmorgen erreichbar zu sein. Für den allgemeinen Anruf sollte um 12.10 UTC auf 8294 kHz, um 12.20 UTC auf 16528 kHz oder um 12.25 UTC auf 22159 Kontakt aufgenommen werden.

Für den Nahverkehr empfehlen wir zu den DAAD-Zeiten alle 4 Stunden auf 2418,5 kHz (Grenzwelle) den Kontakt in Nordsee, Ostsee, Kanal, Mittelmeer und Atlantik. In Region 2 (rund um Amerika) und Region 3 (Pazifik) 2635 kHz.

Frequenzen für den Verkehr mit SeeFuSt und KüFuSt
(Simplex-Betrieb, Frequenzen in kHz)

Abgesehen von diesen DAAD-Zeiten haben TO-Jachten folgende Zeiten
und Frequenzen für ihre Schiff-Schiff-Kontakte erprobt:

  1. 19.20 UTC auf Frequenz: 4146 kHz
  2. 19.25 UTC auf Frequenz: 6224 kHz
  3. 19.30 UTC auf Frequenz: 8294 kHz
  4. 19.35 UTC auf Frequenz: 12353 kHz 
  5. (Southbound II auf 12353 kHz um 18:00 Zulu)
  6. 19.40 UTC auf Frequenz: 16528 kHz
  7. 19.45 UTC auf Frequenz: 22159 kHz

Da es nicht jedermanns Geschmack ist, täglich zweimal präsent zu sein, sollten die Stationen doch mindestens bemüht sein, am Mittwochmorgen und Sonntagmorgen erreichbar zu sein.
Dazu hat sich ein Verkehrskreis für Karibik und Atlantik gebildet, der um 19.15 bis 19.30 UTC, 20.15, 21.15 auf 22159 kHz trifft. Und da auch mindestens um 19.20 UTC auf 22159 kHz mittwochs und sonntags.
Für den allgemeinen Anruf sollte um 12.20 UTC auf 16528 kHz oder um 12.25 UTC auf 22159 Kontakt aufgenommen werden.

Für den Nahverkehr empfehlen wir zu den DAAD-Zeiten alle 4 Stunden auf 2418,5 kHz (Grenzwelle) den Kontakt in Nordsee, Ostsee, Kanal, Mittelmeer und Atlantik. In Region 2 (rund um Amerika) und Region 3 (Pazifik) 2635 kHz.
Für Neulinge noch einen Hinweis für den KW-Kontakt mit den Küstenfunkstellen des öffentlichen Dienstes. Sie finden in dem Nautischen Funkdienst bei den ausländischen Küstenfunkstellen die Arbeitsfrequenzen. Dort stehen die Frequenzen, auf der die Küstenfunkstelle sendet. Nun müssen Sie im Frequenzplan die dazugehörige Gegenfrequenz suchen,

 

 

die jeder angegebenen Frequenz der Küstenfunkstellen zugeteilt ist. Diese Frequenz ist die Frequenz, auf der Sie senden müssen. Nie beides (Empfänger und Sender) auf gleiche Frequenz stellen. Im Seefunk ist zwischen zwei Seefunkstellen der Nachrichtenverkehr keinen Beschränkungen unterworfen und gebührenfrei. Auch die Weitergabe von Nachrichten ist absolut zulässig.
Zu den DAAD-Zeiten treffen Sie auch die deutschen Handelsschiffe. Herkömmlicher Art sind dort die Kontakte von Schiff zu Schiff immer kurz gehalten. Das ist nicht als Unfreundlichkeit zu werten. Fahrzeuge sind außer auf UKW Kanal 16 auch auf 2182 kHz anrufbar. Z.Zt. müssen die funkausrüstungspflichtigen Schiffe auf See noch auf beiden Frequenzen ununterbrochen hörbereit sein.
Für Wetterberatungen hat der Bundesverkehrsminister die Seefahrt auf den Dienst des Deutschen Seewetteramtes und der offiziellen (amtlichen) meteorologischen Dienste verwiesen. Es gehört zur guten Seemannschaft, daß sich danach jeder sein eigenes Wetter macht.
Im Havariefall wird von den Seeämtern bei Verhandlungen nur die Aufnahme und Beratung der amtlichen Wetterdienste akzeptiert.

 

Frequenzen für den Verkehr mit SeeFuSt und KüFuSt
(Simplex-Betrieb, Frequenzen in kHz)

4116 6224 8294 12353 16528 18825 22159 25100
4149 6227 8297 12356 16531 18828 22162 25103
  6230   12359 16524 18831 22165 25106
      12362 16537 18834 22168 25109
      12365 16540 18837 22171 25112
        16543 18840 22174 25115
        16546 18843 22177 25118

Anmerkungen:

  1. Diese Frequenzen stehen für den Simplex-Betrieb in allen Verkehrsrichtungen zur Verfügung.
     
  2. Im Verkehr von Schiff zu Schiff ist auch Duplex-Betrieb in gekreuzten Frequenzbereichen zulässig; d.h. die Sende- und die Empfangsfrequenz liegen jeweils in verschiedenen Frequenzbereichen. Beispiel: SeeFuSt A sendet auf 6227 kHz, SeeFuStB auf 8297 kHz.
     
  3. Deutsche SeeFuSt können auf den Simplex-Frequenzen nur mit SeeFuSt und ggf. mit fremden KüFuSt verkehren.

 

Etwas kritische Betrachtung zum thema Amateurfunk obwohl ich ihm sehr nahe stehe

Viele Yachten, die über den Atlantik in die Karibik und weiter segeln, haben u.a. zwei elementare Bedürfnisse:
bulletregelmäßig zuverlässige Wetterberichte und Wetterfaxe zu erhalten und
bulletmöglichst kostengünstig Kontakt zu Verwandten und Freunden in der Heimat zu halten.

Um dieses Ziel zu erreichen gab es u.a. bisher im wesentlichen zwei Möglichkeiten:

  1. Der Amateurfunk
  2. Teure kommerzielle Anbieter von pactorgestützten Kommunikationsmöglichkeiten, wie z.B. Bern Radio oder Pinoak

Viele Segler bedienen sich des Amateurfunks, die meisten legal, einige illegal. Der Illegalität sind bald Grenzen gesetzt, da es eine ganze Reihe von selbsternannten "Piratenjägern" auf allen Bändern gibt. Aber das soll nicht mein Thema sein. Für die Kommunikation mit Verwandten ist der Amateurfunk in Deutschland ebenfalls nicht geeignet, da es ausdrücklich untersagt ist, solche Informationen für Dritte per Telefon weiterzugeben. Daran halten sich Amateurfunker nicht immer, denn wenn ein Segler in der Karibik ankommt, werden regelmäßig die Verwandten des Amateurfunkers angerufen und informiert. Aber auch das soll nicht das Thema sein.

In der Karibik kommt denn auch der Amateurfunk mit DL zum Erliegen, weil die Wetterberichte von dort so gut wie nicht brauchbar sind und für die Karibik zu unchristlichen Zeiten ausgestrahlt werden. Erst recht, wenn man sich in der westlichen Karibik befindet. Wer will schon um 0500 Uhr aufstehen, um sich täglich über die Funkausrüstung, Antennen und Ausbreitungsbedingungen zu unterhalten. Die Karibik und die nahen USA bieten allerdings einen vorzüglichen Service in Form von etwa 15 Amateurfunkstationen, die sich zum WINLINK- System zusammengeschlossen haben und deren Empfänger 24 Stunden am Tag bis zu 15 Frequenzen scannen um Pactorsignale aufzunehmen und sie als E-Mails in das Internet zu geben. Das Ganze sogar kostenlos. Voraussetzung ist, dass man sich mit seinem Amateurfunkrufzeichen über Funk bei dem Computer anmeldet. Zu erreichen unter www.winlink.org. Die Software für das System ist kostenlos unter www.airmail2000.com herunter zu laden. Die Airmail- Software ist außerordentlich gut und vielseitig. So erlaubt sie jedem Nutzer nachzufragen, welche Mails für ihn vorliegen oder wer das System in den letzten 24 Stunden benutzt hat.

Jedoch habe ich erlebt, dass - in meinen Augen krankhafte- Amateurfunker das System dadurch störten, dass sie unter dem Rufzeichen einer anderen Station eincheckten, deren E-Mails abholten, lasen und löschten. Ja, sie haben sogar täglich eine halbe Stunde lang an die Absender der E-Mails - für sie völlig fremde Leute - unter Nutzung des fremden Rufzeichens schweinische E-Mails gesandt. Ich glaube aber, dass diese Form des Mißbrauchs durch die Einführung des neuen Winlink2000 - Systems etwas eingeschränkt wird.

Das ist denn auch die andere Seite der pactorgestützten Kommunikation, die fehlende Sicherheit. Jedoch gibt es zum Amateurfunk eine gute und preiswerte Alternative. In den USA gibt es mittlerweile mindestens drei kommerzielle Anbieter von low cost Pactor Kommunikationsmöglichkeiten!

Eine davon will ich kurz vorstellen. Soweit mir bekannt ist, wurde das vor einiger Zeit durch meinen Freund Bernd von der FREE schon einmal kurz angerissen.

Es handelt sich um die Sailmail Association. Eine Vereinigung von Seglern, die es sich zusammen mit der Industrie zur Aufgabe gemacht haben, Seglern - ohne Profit zu erwirtschaften - die Möglichkeiten des E-Mail-Zugangs über Pactor zu ermöglichen. Voraussetzung ist, dass man über eine Seefunkgenehmigung und damit über ein Seefunk-Rufzeichen verfügt, denn dieser Nachrichtenaustausch findet auf den Frequenzen des Seefunks statt. Das amerikanische System kennt allerdings nur die Kombination von Buchstaben und Ziffern, wie z.B. DB1234. Wer sein Schiff im Seeschiffsregister eingetragen hat und über ein Rufzeichen mit nur 4 Buchstaben verfügt, muss sich was einfallen lassen und etwas zahlenmäßiges anhängen, damit es der Computer akzeptiert.

Weitere Voraussetzung ist natürlich auch, dass man die entsprechende Ausrüstung in Form eines KW-Transceiver und eines TNCs sowie über einem Computer mit der entsprechenden Software verfügt.

Ausführliche Informationen und Hinweise kann man sich aus dem Internet unter www.sailmail.com holen. Man kann dort alle Informationen zur Anmeldung und Einrichtung der eigenen Station abrufen sowie wertvolle Tipps für den Betrieb bekommen. Dort gibt es auch die Links zu anderen Anbietern und sogar die ausgezeichnete (Airmail) Sailmail Software kann kostenlos herunter geladen werden. Die Kosten bei Sailmail sind z.Zt. 200 US $ im Jahr. Dafür darf man aber - im Gegensatz zum Amateurfunk- sogar kommerzielle Mails an Dritte, wie z.B. die Bestellung von Ersatzteilen legal übermitteln. Die Sailmail Ass. verfügt mittlerweile über 4 Stationen: WRD719 in Kalifornien, KZN508 in North Carolina , VZX1 in Australien sowie KUZ533 in Honolulu, Hawaii. Diese zusammen mit den jeweils angebotenen 9 Frequenzen und mehreren Empfängern und Computern, ergibt eine volle Abdeckung des nördlichen Atlantiks bis zu den Kanaren, die Karibik und den ganzen Pazifik sowie Teile des Indik. Weitere Stationen werden hinzukommen. Nach einiger Erfahrung mit diesem System , kann ich das Sailmail-System für Segler nur empfehlen.

Im Amateurfunkbereich liegen die Winlinkstationen mit ihren Frequenzen sehr dicht beieinander und z.T. überschneiden sie sich sogar. Dieses führt regelmäßig zu Störungen durch naheliegende Stationen. Amateurfunker handeln nach meinen Beobachtungen oftmals nicht sonderlich rücksichtsvoll, sondern nach dem Motto den Nachbarn blase ich mit meiner Station und meinem guten Signal doch weg. Bei Sailmail ist das nicht möglich, da auf den benachbarten Seefunkfrequenzen selten anderen Stationen arbeiten und dadurch stören. Man muss sich allerdings einreihen, denn die Station kann nur wenige Teilnehmer zur gleichen Zeit abfertigen. Da muss man zu Stosszeiten manchmal einige Minuten warten.

Aus meiner Sicht kann ich  nur beipflichten, wenn Segler skeptisch gegenüber Amateurfunk an Bord sind, denn im Rahmen Vorschriften betrieben, kann der Seefunk für uns Segler deutlich mehr leisten als der Amateurfunk. Wer hat schon die Zeit und Muße an Bord einen "Experimentierfunk" zu betreiben. Meine E-Mail-Adresse würde ich nach den Erfahrungen jedoch niemals über Pactor veröffentlichen, denn der Schaden, der durch einen einfachen Eingriff von "freundlichen Mitmenschen" angerichtet werden kann, ist außerordentlich groß. Dieser Gefahr sollten sich alle bewusst sein, die am Pactor-Betrieb teilnehmen.

 

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